Geschichte der Kirche St. Leonhard in Hetzenbach - Wallfahrtskirche in Bayern

Die Kirche St. Leonhard in Hetzenbach heute

Auf einem mit Granitfelsen übersäten Platz befand sich zunächst die erste Waldkapelle zu Ehren des heiligen Leonhard in Hetzenbach. Auf einer hölzernen Gedenktafel, die aus dem Jahre 1677 stammt und noch heute gut erhalten an der Sakristeiwand hängt, ist die nachfolgende Aufschrift zu lesen.

Die Inschrift aus 1677

Historisches Bild der Kirche St. Leonhard in Hetzenbach

“Dise taffel ist Gott dem Allmechtigen zu vnaußsprechlichem Lob vnd dem H. Leonhardt zu Ehren Hierher an das Ihme geweichte kirchel verehrt und geschenkht worden, aldieweilln Lang vor Lutheri Zeiten und ehe die widrige Religion der khays. Freyen Reichsstatt Regenspurg vnd dergleich in Hötzenbach stossenten Obern Pfaltz eingerissen Nach anzaig alter schrifften von darauf grosse Pilgerschafft und wallfahrten zu dem H. Leonhardte geweichten kirchel angestelt vnd derselbe hierdurch verehrt worden. Also zwar das alle die welche zu ihm ihr festes verthrauen gesetzt und hilff gesuecht , bey dem Allerhächsten mitls seiner fürbitt selbige würkhlich erlanget haben; wie solches die alte noch verandten vnd in disem Gottshauß von neuem aufgemachte zaichen genuegsamb zu erkhennen geben; dahingegen auch die jenige, so den H. zu verehren muetwilliger weiß vnderlassen von der Göttlichen Allmacht sichtbarlich gestraft wordten; dessen vnder andern dises ein sonderbar denkhwürdiges Exempel ist, das als in diesem Dorff Hötzn Pach vor 200 Jahr vngefehr eben an mehr gedachte Leonhardts tag eine Beurin abpachen, vnd vngehindert des von ihrer Nachbarin beschehenen anmahnens den Taig vor dem H. Gotts Dienst abkhnetten wollen, durch Gottes Verhengnuß ihre baide hendt in dem Taig stekhen gebliben; gestalten selbige in disem Chor nechst dem Altar noch vnverwesen aufbehalten vnd gesehen sein 1677.”

Die Sage von der Knochenhand

Historisches Bild in der Kirche St. Leonhard

In Hetzenbach im Bayerwald lebte eine Bäuerin, geizig und gottlos über die Maßen. Da einmal eine Bittprozession durchs Dorf ging und alles sich daran beteiligte, lachte die Frau und machte Brotteig an. Wie gerade der feierliche Zug an ihrem Hause vorbeiging mit Beten und Singen und dem Allerheiligsten, mengte die Bäuerin den Teig. Und sie lachte und sprach: “Eh`ich da mitgeh`, soll`n mir lieber die Hände im Teig verderben!” Gleich darauf spürte die Frevlerin einen zuckenden Schmerz in beiden Händen. Mühsam zog sie die Hände aus dem klebrigem Teig und schrie entsetzt auf. Ihre Hände waren zum Skelett geworden und auf Totenfinger starrte das bleiche Gesicht der Frau. Ohnmächtig sank sie um, wurde krank und nach drei Tagen ging wieder eine Prozession an ihrem Haus vorbei und trug sie auf den Gottesacker.
So rächt sich im Volksglauben jeder Frevler am lieben Brot, der heiligen Gottesgabe, früher oder später. Der aber das Brot achtet und ehret, wird belohnt dafür. “Achtet das goldene Korn!” Und ehrt das liebe, gute Brot, das uns der Herr täglich schenkt!

Kirche St. Leonhard - Wallfahrtsort in der Oberpfalz

Altes Bild des Altars in der Kirche St. Leonhard

Zwischen 1762 und 1764 wurde eine schlichte, aber ansprechende und geräumige Kirche unweit der Hauptstraße auf dem Dorfanger errichtet, um die zahlreichen Wallfahrer, die jahrein, jahraus zu der Leonhardi-Gedenkstätte pilgerten, fassen zu können.
Der Rokoko-Bau steht neben dem Dorfweiher abseits vom Dorf und ist umgeben von vielen Granitfelsen, die für diese Gegend charakteristisch sind. Nach regelmäßigen Renovierungsarbeiten überagt der Bau auch heute noch in beeindruckender Weise den Ort.

Die Innenmaße betragen 27 Meter in der Länge bei einer Breite von 10 Metern. Der Turm im Westen des Kirchenschiffes hat eine Zwiebelform und ist cirka 35m hoch. Zwei Glocken sorgen für den weit hörbaren Klang. Als Baumeister zeichnet sich Christoph Thomas Wolf aus Stadtamhof.

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